AISHA CAN’T FLY AWAY

Ein Leben zwischen Ausbeutung und Empowerment: In einer Mischung aus Drama und Body Horror folgt der Film dem Existenzkampf einer sudanesischen Migrantin in Ägypten.

"Kaum ein Genrezugang hat das Weltkino zuletzt so befruchtet wie der Bodyhorror. In Werken aus Asien, Lateinamerika oder Afrika zeigt sich, wie eng Fragen von Körper, Identität und Ungleichheit zusammenhängen – und wie das Bild des deformierten Körpers Räume für Befreiung und Widerstand eröffnet. AISHA CAN’T FLY AWAY des ägyptischen Regisseurs Morad Mostafa ist ein weiterer Beweis: ein Film, der aus dem Sozialdrama heraus eine politisch-poetische Metamorphose anstößt.
Im Mittelpunkt steht die junge sudanesische Pflegerin Aisha, die in Kairo arbeitet. Ihr Alltag bewegt sich zwischen Migration, Rassismus und Ausbeutung: Ihr Vermieter erpresst sie, ein alter Mann missbraucht sie, auf den Straßen tobt ein Bandenkrieg. Nur in kurzen Momenten – mit einem beeinträchtigten Jungen oder in der Solidarität ihrer Kolleginnen – erfährt sie Zuneigung.
Mostafa erzählt dies zunächst mit der Strenge eines Milieudramas. Doch in Aishas innerem Kampf tauchen surreale Bilder auf: eine Straußenfigur, die zwischen Fluchtfantasie und Verwandlung oszilliert, schließlich eine Metamorphose, die den Körper zum Schlachtfeld der Gewalt und zugleich zum Ort der Befreiung macht. Politisches und Intimes verschmelzen, Aishas Körper wird zum Terrain von Unterdrückung und Selbstbehauptung. Mit seiner Weltpremiere in Cannes zeigte AISHA CAN’T FLY AWAY, wo das Weltkino derzeit am radikalsten und aufregendsten spricht." Around the World in 14 Films

"Das Langfilmdebüt des ägyptischen Regisseurs Morad Mustafa spielt in einer Schattenwelt der chaotischen Metropole Kairo. Viele Szenen sind in der Nacht oder in spärlich beleuchteten Wohnungen und Gassen gedreht. Die schwankende Handkamera, die Aisha bei ihren täglichen Routinen folgt, lässt alles instabil, fast schwindelerregend wirken. Dazwischen statische Bilder der Ruhe, wenn Aisha ihre Pasta in der Küche des kleinen Restaurants isst oder einem Vogel Strauß auf ihrem Heimweg begegnet. Das bildstarke Drama lässt sich viel Zeit, die es nicht immer ganz füllt, und wird der Komplexität seiner Protagonistin, die distanziert und irgendwie fremd bleibt, nicht ganz gerecht. Thematisch schöpft Mustafa bei Sozialdrama, Gangsterfilm und Bodyhorror aus dem Vollen, ohne die eigensinnige, fast hypnotische Erzählung zu durchbrechen, die dieses Debüt eindringlich macht." Clarissa Lempp, Indiekino

CREDITS

• Regie: Morad Mostafa
• Ägypten, Frankreich, Deutschland, Tunesien, Saudi-Arabien, Katar, Sudan 2025
• Sprache: Arabisch, Französisch

• 132 Min.
• DCP
FSK 16

AISHA CAN’T FLY AWAY bei Letterboxd
• Infos zu Altersfreigaben & Deskriptoren: www.fsk.de

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