
"Mit einem Beat-Paukenschlag holt Eddy Saller 20 versäumte österreichische Schundfilmjahre auf, und anders als kontemporäre westdeutsche Milieureißer trägt seine wilde Feier der Kolportage im Titel nicht die Taten, sondern die Attitüde seiner Figuren: Schamlos sind hier die, die nur im Exzess spüren, dass sie am Leben sind. Schamlos sind die, die Lust verkaufen, ohne sie zu leben. Schamlos sind die, die vergessen haben, was Liebe ist. Ein rohes Sündentraktat in metallisch klirrendem Schwarzweiß, dessen Nihilismus und schmierige Dekadenz noch heute schwer zu fassen sind." Viennale 2015
"'Ich heiße Alexander Pohlmann, bin 20 Jahre alt. Ich stamme aus einer kleinen, miesen Zirkusfamilie. Ich war Messerwerfer und Kunstschütze. Mit 15 Jahren hatte ich die Schnauze voll und haute ab. In der Großstadt habe ich mir eine junge Gang aufgebaut. Wir haben Verträge mit einer Menge Lokale und Geschäfte. Wir beschützen sie. Wir kassieren nicht schlecht dabei. Aber dann traf ich Annabella, und da fing der ganze Mist an. Annabella ist Strip-Tänzerin und so. Sie ist heiß wie 'ne leer geschossene MP.' Mit diesem Monolog beginnt und endet DER österreichische Exploitation-Meilenstein: Eines der wenigen Scharniere zwischen Halbstarken-Filmen und Sexwelle, das Genrekonventionen mit greller Inszenierung und Schund mit Aktionismus (ein Otto-Mühl-Happening steht an zentraler Stelle) miteinander verknüpft." Florian Widegger, Filmmuseum Österreich
"Eine wilde, ungezügelte Exploitation-Granate aus österreichischer Hand: Edelschund-Regisseur Eddy Saller besetzt den umwerfenden Udo Kier in seiner ersten Hauptrolle als Emporkömmling in der Frankfurter Unterwelt Ende der Sechziger-Jahre. Mit stahlblauen Augen und ohne Mitgefühl gaunert er sich bis in den Vorhof der Macht: Erst durch seine Bekanntschaft mit der Studentin und Gelegenheits-Prostituierten Annabella geraten die Dinge außer Kontrolle. Leichte Mädchen, harte Kerle, ein Happening der Otto Mühl-Kommune und der formidable Jazz-Soundtrack von Gerhard Heinz machen SCHAMLOS bis heute zum Vorreiter des österreichischen Bürgerschreck-Kinos." /slash Filmfestival Wien 2018
• Regie: Eddy Saller
• Österreich, Deutschland, Frankreich 1968
• Sprache: Deutsch
• 77 Min.
• DCP
• FSK 18
• SCHAMLOS bei Letterboxd
• Infos zu Altersfreigaben & Deskriptoren: www.fsk.de