IM REICH DER SINNE

Nagisa Ōshimas absoluter Filmklassiker im Re-Release vom Lieblingsverleih >> Rapid Eye Movies (Köln) ... kommt alle!

Nagisa Oshimas aufwühlender Film erzählt von der sexuellen Besessenheit zweier Menschen und verhandelt allein über seine pornografische Ästhetik radikale Themen – ein zeitloser Klassiker.

"Still censored in its own country, IN THE REALM OF THE SENSES, by Japanese director Nagisa Oshima, remains one of the most controversial films of all time. A graphic portrayal of insatiable sexual desire, Oshima's film, set in 1936 and based on a true incident, depicts a man and a woman (Tatsuya Fuji and Eiko Matsuda) consumed by a transcendent, destructive love while living in an era of ever escalating imperialism and governmental control. Less a work of pornography than of politics, IN THE REALM OF THE SENSES is a brave, taboo-breaking milestone." IFC Filmcenter

Kichizo (Tatsuya Fuji) ist der Besitzer des Geisha-Hauses, in dem Abe Sada (Eiko Matsuda) als Dienerin und Prostituierte arbeitet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Kichizo verlässt schliesslich seine Familie, um ganz bei Sada zu sein – mehr und mehr verfällt er ihr. Abgeschottet von der Aussenwelt geben sich die beiden der grenzenlosen sexuellen Begierde hin. Gemeinsam tauchen sie immer tiefer in die Welt der Leidenschaft ein – bis zum blutigen Ende.

"In Japan und einigen europäischen Ländern wurde Oshimas 'Kunstporno' (Barbara Sichtermann) zunächst verboten, seiner Hardcore-Elemente wegen aber auch zum Kultfilm erhoben. Seine zwei Hauptfiguren sind archetypische Oshima-Aussenseiter, die der militaristischen Realität von 1936 den Rücken zukehren und in ihre eigene erotische Welt abtauchen, die von ihren Fantasien über Hypermännlichkeit und Hypererregung genährt wird. Oshima bricht Tabus nicht in pubertärem Geist, sondern im Wissen, dass die tiefsten Tabus persönlich und nicht gesellschaftlich verankert sind." Tony Rayns, Time Out Film Guide

"An der Berlinale 1976 nannte die "Berliner Zeitung" Oshimas Film den 'grössten Porno aller Zeiten', und die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Film gleich nach der Premiere. Bis heute verstört der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film mit seiner Handlung, die sich allein über die expliziten Sexszenen entfaltet. Obwohl in IM REICH DER SINNE unsimulierter Sex zu sehen ist, handelt es sich nicht um einen pornografischen Film. Oshima nimmt vielmehr Versatzstücke und visuelle Elemente aus der Pornografie, um auf radikale Art und Weise sexuelle Leidenschaft, aber auch soziale Unterdrückung zu verhandeln. Dies zeigt sich auch im Ende, das die Protagonist:innen in keinem Moment verurteilt." Xenix Kino Zürich

"1936, im Jahr des Putschversuchs von Teilen der japanischen Armee, dessen Ausgang das Land immer weiter in den Krieg treiben sollte, entmannte die Hausbesorgerin Abe Sada (Matsuda Eiko) ihren Arbeitgeber und Liebhaber Kichi (Fuji Tatsuya) im Erdrosselungstod. Dann wandelte sie mit dem schlappen Stück Muskel, wie in einem anderen Leben, durch die Gegend, bis man sie aufgriff. Abe Sada wurde zum Inbegriff eines absoluten Eros aus Tausenden von Jahren, einer japanischen Weiblichkeit, deren Wurzeln zurückreichen bis zu den ersten Schamaninnen. Ōshima reduzierte (anders als Tanaka Noboru und Ōbayashi Nobuhiko in ihren schönen Filmen über Abe Sada) alle Zeitbezüge in der Ausstattung und im historischen Kolorit auf ein Minimum: Nichts sollte der Symbolweite dieser Geschichte im Wege stehen, nichts davon ablenken, dass hier der Ritus von Liebe und Tod zelebriert wird. Was IM REICH DER SINNE weniger zur Verfilmung einer historischen Anekdote als zur kinematografischen Gestalt des Todestriebes selbst macht." Olaf Möller, Österreichisches Filmmuseum

CREDITS

Regie: Nagisa Ōshima
Japan, Frankreich 1976
• Sprache: Japanisch
• 103 Min.
• DCP
FSK 18

• IM REICH DER SINNE bei Letterboxd
• Infos zu Altersfreigaben & Deskriptoren: www.fsk.de

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