
"Ein umstrittener, aber unzweifelhaft großer Film: eine dreistündige Erzählung von Stahlarbeiter-Kumpels aus Pittsburgh, die in den Vietnamkrieg gehen und als gebrochene Männer zurückkehren (wenn überhaupt). Ein amerikanisches Epos durch und durch, samt Macho-Attitüde, Dämonisierung des Gegners und abschließendem, zögerlichem Einstimmen in 'God Bless America'. Aber auch ein packender Entwurf zu Ciminos großem Thema – Gewalt als Naturgesetz, Aggression als strukturierende Kraft, die die Welt in Ober- und Unterklassen teilt –, reich und präzise in der Milieuschilderung, prall gefüllt mit eminent physischem Schauspiel; ein überaus wirkungsvolles Kraftwerk der Gefühle. Im Zentrum des ambivalenten Taumels steht passenderweise eine Metapher für Selbstzerstörung: Russisches Roulette." Christoph Huber, Österreichisches Filmmuseum (2024)
"Für Christopher Walken bedeutete Ciminos proletarischer Vietnamkriegsfilm den Eintritt in den Olymp. Nach dem Oscar für den Best Supporting Actor gab es größere Rollen, höhere Gagen, alle Freiheit, die Hollywood bieten kann. Die Berlinale hatte der Film wenige Wochen davor beinahe gesprengt, nachdem die sowjetische Delegation aus Protest abgereist war, zwei Jurymitglieder zurücktraten und Julie Christie dem Film ideologischen Rassismus attestierte. Walkens berührende, selbstmörderische Performance stand schon damals über diesen Fragen: ein Schmerzensmann, der aus seinem Trauma nicht mehr herausfindet." Viennale 2016
"THE DEER HUNTER soll ein Film über viele Dinge sein: über Männerfreundschaften, über blindwütigen Patriotismus, über die verrohenden Auswirkungen des Krieges, über Nixons ‹schweigende Mehrheit›. Es ist ein Film über jedes dieser Dinge, wenn es beliebt, aber mehr als alles andere ist es eine herzzerreissend wirkungsvolle Fiktionsmaschine, die die Qualen der Vietnam-Ära heraufbeschwört." Roger Ebert, Chicago Sun-Times (1979)
"Erst mit THE DEER HUNTER von Michael Cimino ist es einem amerikanischen Filmemacher gelungen, eine befriedigende Synthese dessen zu schaffen, was 'Vietnam', im extremsten Sinne, für die Soldaten, die dort kämpften, bedeutete und – abstrakter betrachtet – was für einen Schlag gegen den politischen Körper Amerikas es darstellte." John Pym, Sight & Sound (1979)
"Ein brutal denkwürdiger Film, der ein lebhaftes Porträt seiner Figuren und ihres Milieus zeichnet und die verheerende Wirkung des Krieges auf ihr Leben sowie ihre tapferen Versuche des Neubeginns schildert. Vor dem Hintergrund eines friedlichen Heimatstädtchens und der fremden Kriegswelt, in die die drei Soldaten voller Naivität eintreten, weisen die Filmemacher auf den Wahnsinn des Kampfes und die zerbrechliche Kostbarkeit des Friedens hin. Der Film erreicht eine unbestreitbare emotionale Authentizität, die ihn zu einer der höchsten Errungenschaften des Kinos macht." The Motion Picture Guide
englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
• Regie: Michael Cimino
• USA 1978
• 182 Min.
• DCP
• FSK 16
• Deskriptoren: www.fsk.de