Jean-Luc Godards fulminantes Langfilm-Debüt, das die Nouvelle Vague schlagartig weltbekannt machte und dessen Folgen für die Filmgeschichte hinlänglich bekannt sein dürften, ist eine Huldigung an Humphrey Bogart und die B-Gangster-Movies Hollywoods. Im Mittelpunkt steht dabei bereits der Tod, ein Lieblingsthema Godards. Der Film wimmelt von inszenatorischen Regelverstössen, die man damals der Unerfahrenheit des Anfängers zuschrieb und erst später als raffinierte Absicht erkannte, einerseits den Artefaktcharakter des Films hervorzuheben, andererseits das amerikanische Ideal der "unsichtbaren" Regie zu torpedieren.
Michel, Abenteurer und Autodieb aus Leidenschaft, ist mit einem gestohlenem Luxuswagen auf dem Weg nach Paris, als er eher zufällig in eine Polizeikontrolle gerät und bei der anschließenden Verfolgungsjagt einen Polizisten erschießt. In Paris trifft er Patricia, eine amerikanische Studentin und Michels große Liebe, die ihm hilft unterzutauchen. Nach der gemeinsam verbrachten Nacht verrät sie ihn jedoch an die Polizei.
Herrlich wie knapp es die Zeitschrift "Cinema" ohne intellektuelles Kritiker-Geschwurbel auf den Punkt bringt: "Dank Super-Coolness noch so frisch wie 1960."!
"Der ganze Film scheint ein Destillat aus alten amerikanischen Gangsterfilmen zu sein; trotzdem spiegelt er die Wirklichkeit der Zeit, in der er spielt und entstand. Godard hat diese Schnittmuster gleichsam über die Realität gelegt. Er filmt auf den Strassen von Paris und kümmert sich nicht darum, dass man im Bild erstaunte Passanten entdeckt, die das Filmteam bestaunen." Reclams Filmführer
"Wenn Belmondo, der Spritztourenfahrer, einen Polizisten erschiesst, Freunden und Schulden zu nächtlicher Stunde hinterherjagt und sich in ein literarisch gebildetes Mädchen verliebt, verspinnt Godard eine Persiflage mit Pathos. Seberg zitiert Bücher, Ideen und Namen; Belmondo misst sich an Bogart, bläst seinem Idol Rauch ins Gesicht, versetzt ein gestohlenes Auto und überredet seine Freundin zu einem Darlehen. Die Kamera schlendert in ihrer überbordenden Liebe zu Paris genüsslich die Champs-Elysées entlang, streift Cafés, Häuserreihen und die Silhouetten der Dächer – in der Nachtluft wird Mozart dabei mit Cool-Jazz-Riffs vermischt. Dies ist der ultimative nächtliche 'film noir noir noir'." Chris Auty, Time Out Film Guide
• Regie: Jean-Luc Godard
• Frankreich 1960
• OT: À bout de souffle
• Sprache: Französisch
• 87 Min.
• DCP
• FSK 16
• AUSSER ATEM bei Letterboxd
• Infos zu Altersfreigaben & Deskriptoren: www.fsk.de