ARMEE IM SCHATTEN

"Fünf Monate aus dem Leben einer Widerstandsgruppe: ein Film über Sein und Nichtsein, über Handeln und Tod, über die Entschiedenheit und den Geist der Solidarität. Und Melvilles dritte, definitive Hommage an die Résistance, der Schlüssel zu seinem Werk. Frankreich 1942, 43. 'Alles, was ich geworden bin, jeder Freund, den ich gewonnen habe, jeder Wert, den ich kennen gelernt habe, stammt aus dieser Zeit.' Melville hält für sich die Erfahrung der eigenen Jugend, die des Widerstands, lebendig, indem er sie auf seine Spielart des film policier überträgt. Melvilles Gangsterfilme: verwandelte Résistancefilme. Aber nur hier fallen Handeln und Sterben so ineins, daß sich aus dem grausamen Dunkel des Zu-Tode-Beförderns und Zu-Tode-Befördertwerdens eine Ahnung von Sinn ergibt. Jede der gnadenlosen, geheimnisvollen Sequenzen ist getragen und gespannt von einer Radikalität, die den Zuschauer mit der Schärfe eines Messers trifft und im westlichen Kino beispiellos ist. Man kann L'Armée des ombres als Hauptwerk des europäischen Existenzialismus betrachten und als Höhepunkt einer Ära des französischen Spielfilms." Österreichisches Filmmuseum

"Frankreich, 1942. Philippe Gerbier, Anführer einer Résistance-Truppe, wird in ein KZ gesteckt, kann aber seinen Häschern entkommen. In der Folge versuchen die Widerstandskämpfer, Verräter in den eigenen Reihen zu eliminieren und inhaftierte Kampfgefährten zu befreien, wobei sie sich selbst in Lebensgefahr begeben.
Melville, einst selbst Mitglied der Résistance, schildert deren Aktivitäten in seiner Verfilmung des Romans von Joseph Kessel mit Nüchternheit und Lakonie. Selten waren wahre Helden menschlicher, fehlbarer und einfühlsamer." Filmpodium Zürich

"Survival itself as a luxury, earned by the pain of having to kill your own humanity so that it cannot be stolen from you by the oppressor; you will suffer, you will perish, you will be forgotten, but you must resist, you will exist. if we're all destined for the grave, you meet death on your own terms, not at the whims of a fascist. that is the Melville ethos." comrade_yui, Letterboxd (2021)

"Mit ARMEE IM SCHATTEN kehrte Melville in die Zeit von "Le silence et la mer" und "Léon Morin, prêtre" zurück und setzte den Kämpfern der Résistance ein erschütterndes Denkmal. Melville hatte Joseph Kessels 1943 erschienenen gleichnamigen Bericht, der als das Dokument schlechthin über die Résistance galt, im Londoner Exil gelesen ... und den Plan einer Verfilmung zwanzig Jahre mit sich herumgetragen. ... Melvilles Methode besteht darin, die Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs realistisch wiederzugeben und insofern die historische Situation zu respektieren, seine Personen aber ... in jenem Regelkreis aus Freundschaft, Verrat und unmöglicher Liebe agieren zu lassen, der charakteristisch für sein Œuvre und für seine fatalistische Weltsicht ist. Denn im Gegensatz zu idealisierenden Widerstandsfilmen und heroischen Kriegsepen sind Melvilles Helden zerbrechlich, verwundbar, scheiternde Sieger, melancholische Patrioten und kulturbewusste Kriminelle, auf deren moralische Konflikte sich der Film konzentriert. Melville idealisiert nicht." Hans Gerhold, Jean-Pierre Melville

"Frauen spielen in dieser Welt keine grosse Rolle, mit wenigen Ausnahmen. ... Sich auf Melvilles möglichen Sexismus zu fixieren, hiesse aber, die Frauen, die doch in seinen Filmen auftauchen, zu ignorieren, wie etwa die entschlossene Widerstandskämpferin, die Simone Signoret in ARMEE IM SCHATTEN verkörpert." Manolah Dargis, The New York Times (2006)

CREDITS

• Regie: Jean-Pierre Melville
• Frankreich, Italien 1969
• Sprache: Französisch

• 138 Min.
• HD
FSK 16

ARMEE IM SCHATTEN bei Letterboxd
• Infos zu Altersfreigaben & Deskriptoren: www.fsk.de

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